Lexikon: Beruf

 

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Unter dem Beruf versteht man diejenige Tätigkeit, die ein Mensch für (a) finanzielle oder (b) herkömmliche Gegenleistungen oder (c) im Dienste Dritter regelmäßig erbringt, bzw. für die er ausgebildet, erzogen oder berufen ist. Im Allgemeinen dient die Ausübung eines Berufes der Sicherung des Lebensunterhalt|Lebensunterhaltes. Die erwirtschafteten Geld-, Sach- oder Tauschleistungen dienen der Stillung der persönlichen Bedürfnisse oder denen der sozialen Gemeinschaft (z.B. der Familie), der der Ausübende angehört. Dazu gehören in erster Linie die Ernährung, die Bekleidung, der (häusliche) Schutz vor Gefahr und Krankheit und die Vorratsbildung. Darüber hinaus üben viele Menschen berufsähnliche Tätigkeiten, die nicht oder nur indirekt entlohnt werden (durch soziale Anerkennung oder persönliche Befriedigung). Ehrenamt|Ehrenämter, Amateur|amateurhaft ausgeübte Tätigkeiten (z.B. Kunst oder ) und intensiv betriebene Hobby|Hobbys bilden daher Schnittmengen zum Beruf.

Sozialgeschichtliches

Die Fähigkeiten und Kenntnisse, die in einem Beruf benötigt werden, werden also durch Ausbildung, durch oder Selbststudium oder durch Zuschreibung (adscription) (etwa bei Erbe|Erbfolge Bauer, Zunft|zünftiger Handwerker, Reichs-Kämmerer] oder durch Gelöbnis|Gelöbnisse Beamter|Beamte oder durch Weihe Priester) erworben.

Die meisten Berufe sind das Ergebnis fortschreitender Arbeitsteilung|Differenzierung der Arbeit (Tätigkeit)|Arbeit. Sie verfügen also über Jahrhunderte lange Traditionen, da viele von der Gesellschaft gewünschten Leistungen im Wesentlichen konstant sind. Daher rührt auch die soziale Erscheinung auffälliger Berufsvererbung.

Zu den ältesten, frühgeschichtlichen Berufen gehören Schmiede, Zimmermann|Zimmerleute, Arzt|Heiler, Priester, Barde|Wandererzähler und -sänger oder auch Prostitution|Prostituierte. Seit dem fanden sich die Berufsgruppen in Zunft|Zünften und Gilden zusammen, welche auch die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses übernahmen. Doch gliederten sich auch Unehrlicher Beruf|"Unehrliche" Berufe aus.

In einigen Berufen wird auf die Berufung des/der Einzelnen besonderen Wert gelegt (zum Beispiel Pfarrer/in, Priester/in, aber auch /Ärztin, Lehrer/in, Apotheker/in, Richter/in). Diese Berufe sind eine so genannte Profession (siehe hierzu: Freier Beruf). In diesen ist die tatsächliche Arbeitszeit nicht geregelt, ihr Auftrag ist die Erfüllung der anfallenden Aufgaben (häufig territorial und/oder inhaltlich begrenzt) in eigener Zeit und Verantwortung.

Zu unterscheiden ist der ausgeübte vom nicht ausgeübten Beruf.

Reglementierung der Berufsausübung

Heute wird die Berufsausbildung (Inhalte, Dauer) in den meisten europäischen Ländern staatlich festgelegt.

Wer welchen Beruf ausüben darf, wurde und wird kulturell unterschiedlich gehandhabt. In gilt prinzipiell das Recht der freien Berufsausübung, das jedoch einigen Einschränkungen unterliegt. So ist für die Ausübung bestimmter Berufe eine entsprechende Ausbildung erforderlich: Als oder Rechtsanwalt darf bespielsweise nur tätig sein, wer ein medizinisches bzw. juristisches Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen und entsprechende Praxiserfahrung (Referendariat) nachweisen kann.

Ebenfalls unterliegt die Ausübung Handwerk|handwerklicher Berufe bestimmten Einschränkungen: So ist zur selbstständigen Ausübung eines Handwerks in Deutschland beispielsweise der Meister-Brief erforderlich. In anderen Ländern, beispielsweise den , kennt man diese Einschränkung nicht.

Alle erfolgreich sozial heraus gebildeten Berufe entwickeln eine (mehr oder minder ausgeprägte) Ethik|Berufsethik.

Gefahrgeneigte Berufe

Die britische Versicherung Churchill Insurance hat im Jahr 2004 eine Liste der zehn risikoreichsten Berufe veröffentlicht. Bei Ausübung seiner Tätigkeit verunglückt danach (in absteigender Reihe) tödlich am häufigsten, wer tätig ist als

  • Fensterputzer
  • Soldat
  • Feuerwehrmann
  • Fischer|Hochseefischer
  • Pilot
  • Polizeibeamter
  • Dachdecker
  • Gerüstarbeiter
  • Artist|Zirkusartist.

Siehe auch

  • Arbeit (Tätigkeit)|Arbeit, Berufsbezeichnung, Berufsberatung,
  • Berufsethik, Arbeitsethik
  • Berufssoziologie, Arbeit (Soziologie)
  • , Freier Beruf, Unehrlicher Beruf, Verdienst, Zunft
  • Liste von Berufen, Berufswissenschaft
  • Sozialstruktur
  • Ausbildungsinitiationsriten: Derbe Späße, die die Unerfahrenheit von Berufsanfängern ausnutzen.

Weblinks

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