Lexikon: Lichtgeschwindigkeit

 

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Die Lichtgeschwindigkeit ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit des es und anderer Elektromagnetische Welle|elektromagnetischer Wellen. Sie hat im Vakuum den Wert 299.792.458 m/s und trägt als physikalisches Symbol den Buchstaben c (lat. celeritas für dt. Schnelligkeit). Die vielfach bestätigte Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit ist eines der grundlegenden physikalischen Prinzipien.

Messung der Lichtgeschwindigkeit

Astronomische Methoden

Der Dänemark|dänische Astronom Ole Römer entdeckte bereits 1676 bei Beobachtungen der Jupiter (Planet)|Jupitermonde, dass der zeitliche Abstand zwischen den Verfinsterungen anwuchs, wenn sich die Erde vom Jupiter entfernte. Damit konnte Römer die Lichtgeschwindigkeit zu 214.000–300.000 km/s bestimmen (berechnet mit 1.0 bzw. 1.4 s verfrühte Verfinsterung des Mondes).

James Bradley wählte 1728 eine andere astronomische Methode, indem er die scheinbare Abweichung eines Fixsternortes am Himmel vom realen Ort bestimmte, die durch die Bewegung der Erde hervorgerufen wird. Aus der Winkeldifferenz und der Erdgeschwindigkeit bestimmte er die Lichtgeschwindigkeit zu ungefähr 295.000 km/s, was weniger als 2 Prozent vom heute gültigen Wert abweicht.

In der werden Entfernungen oft in Lichtjahren, der Strecke, die das Licht innerhalb eines Jahres zurücklegt, angegeben.

Labormethoden

Galileo Galilei versuchte um 1600 als Erster, die Geschwindigkeit des Lichts zu messen, indem er zwei Männer mit Blendlaternen auf zwei Hügeln in 100 m Entfernung postierte. Da die Lichtlaufzeit jedoch deutlich niedriger lag als die benötigten Reaktionszeiten, war der Versuch von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Die erste irdische Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit gelang Armand Hippolyte Louis Fizeau. Er sandte 1849 Licht durch ein sich drehendes Zahnrad auf einen mehrere Kilometer entfernten Spiegel, der es wieder zurück durch das Zahnrad reflektierte. Je nachdem, wie schnell sich das Zahnrad dreht, fällt das reflektierte Licht, das auf dem Hinweg eine Lücke des Zahnrads passiert hat, entweder auf einen Zahn oder gelangt wieder durch eine Lücke - und nur im letzteren Fall sieht man es. Fizeau kam damals auf einen um 5% zu großen Wert.

Jean Bernard Léon Foucault|Léon Foucault verbesserte 1850 die Methode weiter, indem er mit der Drehspiegelmethode die Messstrecken deutlich verkürzte. Damit konnte er erstmals die Materialabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit nachweisen: Licht breitet sich in anderen Medien langsamer aus als in .

Albert Abraham Michelson und Edward Morley haben in ihrem berühmten Michelson-Morley-Experiment|Ätherversuch mit Hilfe des später nach Michelson benannten Michelson-Interferometers nachgewiesen, dass die Lichtgeschwindigkeit unabhängig von der Bewegung der Erde ist und somit eine Bewegung der Erde durch den (damals noch angenommenen) Äther (Physik)|Äther nicht nachweisbar ist.

Vakuumlichtgeschwindigkeit

Im Allgemeinen ist mit dem Begriff Lichtgeschwindigkeit die Vakuumlichtgeschwindigkeit c (oder c_0\, ) gemeint. Sie ist eine grundlegende physikalische Konstante und hat folgenden Wert:

c=299\,792\,458\;\mathrm{m/s}

Wegen seiner überragenden Bedeutung wurde der Betrag der Lichtgeschwindigkeit auf diesen Wert definiert, er ist also exakt. Wegen des Zusammenhangs mit der elektrischen und magnetischen Feldkonstante, wurden ihre Werte ebenfalls auf einen exakten Wert festgesetzt. Die Definition der Werte ist so zu verstehen, dass man vereinbart, diese (definierten) Zahlenwerte zu verwenden.

Mit Hilfe der Lichtgeschwindigkeit kann man räumliche und zeitliche Größen ineinander überführen (siehe auch Astronomische Maßeinheiten). So lässt sich z.B. ein Lichtjahr in eine Strecke von 9,499 Billionen km umrechnen. Seit 1983 wird die SI-Einheitensystem|SI-Basiseinheit anhand der Lichtgeschwindigkeit definiert:

1 Meter ist jene Strecke, die das Licht im Vakuum in 1 / 299.792.458 Sekunden zurücklegt.

Der Grund für diese Neudefinition ist rein praktischer Natur, da die mittlerweile durch Atomuhr|Atomuhren sehr genau messbar ist. Darüber hinaus ist es unerheblich, ob nun eine Strecke oder die Lichtgeschwindigkeit als Längenmaß verwendet werden, da die drei Größen über die Formel

v = \frac{s}{t}

miteinander verknüpft sind. Der "krumme" Wert für die Lichtgeschwindigkeit wurde gewählt, um die Abweichungen zum alten System möglichst gering zu halten, d. h. eine aus der Zeit errechnete Länge hat fast denselben Wert, der sich aus einem Vergleich mit dem Urmeter ergeben würde.

Licht in Materie

Da nur im Phasengeschwindigkeit und Gruppengeschwindigkeit übereinstimmen, weicht die Ausbreitungsgeschwindigkeit in anderen transparenten Medien von der Vakuumlichtgeschwindigkeit ab. In diesen Medien ist die Lichtgeschwindigkeit sowohl abhängig von den elektrischen und magnetischen Eigenschaften des Mediums (Extinktion (Optik)|Extinktion), als auch von der des Lichtes (siehe auch Dispersion (elektromagnetische Wellen)|Dispersion). Mikroskopisch gesehen werden die Photonen des Lichts ständig von den en oder en des Materials absorbiert und anschließend wieder emittiert.

Die im Vakuum gültige Formel für die Lichtgeschwindigkeit

c_0=\frac{1}{\sqrt{\varepsilon_0\cdot\mu_0}}

mit der Permittivität|elektrische Feldkonstante \varepsilon_0 und der Permeabilität (Magnetismus)|magnetische Feldkonstante \mu_0 (im Vakuum) wird in Materie durch

c=\frac{1}{\sqrt{\varepsilon_0\cdot\varepsilon_r\cdot\mu_0\cdot\mu_r}} =\frac{c_0}{\sqrt{\varepsilon_r\cdot\mu_r}}

ersetzt. Die Permittivitätszahl \varepsilon_r und die relative Permeabilität \mu_r stehen für die elektrischen und magnetischen Eigenschaften des Materials.

In bodennaher ist die Lichtgeschwindigkeit etwa 0,29 Promille geringer als im Vakuum. In beziehungsweise Glas wird die Lichtgeschwindigkeit auf ca. 3/4 bzw. 2/3 der Vakuumlichtgeschwindigkeit reduziert (die exakte Lichtgeschwindigkeit in Materie ist abhängig von der des betrachteten s).

Das Verhältnis der Geschwindigkeiten n = \frac{c_0}{c} wird als Brechzahl bezeichnet.

Unter Zuhilfenahme optischer Eigenschaften makroskopischer Quantensysteme (Bose-Einstein-Kondensat) ist es möglich, Licht beliebig zu verlangsamen und bis zum Stillstand abzubremsen, ohne daß eine echte Absorption stattfindet.

Überlichtgeschwindigkeit in optisch dichten Medien

Die Geschwindigkeit des s hängt vom Medium (Physik)|Medium ab, in dem sich das Licht bewegt. Während sie im am höchsten ist, so breitet sich das Licht in Materie umso langsamer aus, je größer die Extinktion (Optik)|Extinktion (optische Dichte) ist (siehe auch Lichtbrechung). Im beträgt die Lichtgeschwindigkeit rund 225.000 km/s. In einem solchen, optisch dichten Medium können sich Materiewellen (Teilchen) schneller bewegen als das Licht (aber niemals schneller als Licht im Vakuum).

Manche Atomreaktoren nutzen Wasser zur Abschirmung der Radioaktivität|radioaktiven . Die im Reaktor entstehenden Teilchen sind mit mehr als 225.000 km/s schneller als Licht im Wasser. Durch diese Überlichtgeschwindigkeit entsteht das blaue Leuchten solcher Atomreaktoren (Tscherenkow-Strahlung).

Tachyonen

Die hypothetischen Tachyonen (Teilchen mit imaginärer Ruhmasse) sind immer Überlichtgeschwindigkeit|überlichtschnell. Es ist für sie ebenso unmöglich eine Geschwindigkeit gleich oder unterhalb der Lichtgeschwindigkeit einzunehmen, wie normale Materie nicht auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigt werden kann.

Allerdings kann man aus der Relativitätstheorie folgern, dass Tachyonen, selbst wenn es sie gäbe, nicht mit normaler Materie interagieren können. Aufgrund der Entwicklung der Wellenfunktion, sofern sie quantenmechanisch betrachtet wird, ergibt sich, dass Tachyonen Information bei Interaktion mit normaler Materie nur mit Unterlichtgeschwindigkeit austauschen können.

(Siehe hierzu Tachyonen und Überlichtgeschwindigkeit)

Gruppengeschwindigkeit

Mit der Gruppengeschwindigkeit bezeichnet man die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Energie. Die Gruppengeschwindigkeit und die Phasengeschwindigkeit des Lichts sind im Vakuum gleich groß. In einem Stoff, der Dispersion zeigt, sind die beiden Geschwindigkeiten hingegen verschieden groß.

Nach der spezielle Relativitätstheorie|speziellen Relativitätstheorie ist die Vakuumlichtgeschwindigkeit die obere Grenze der Gruppengeschwindigkeit.


Kategorie:Physik Kategorie:Optik

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