Lexikon: Hauskatze

 

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Hauskatze
Bild: E 0010a.jpg
Europäische Kurzhaarkatze
'
: (Feloidea)
: (Felidae)
: Kleinkatzen (Felinae)
: Katze (Felis)
: (Felis silvestris)
: Hauskatze
(Felis silvestris f. catus)

Die Hauskatze (Felis silvestris f. catus) ist ein seit vielen Jahrhunderten vom Menschen gehaltenes aus der Familie der . Auf faszinierende Weise eigenwillig, beansprucht sie sehr viel Bewegungsfreiheit und hat trotzdem zu den Menschen eine enge, zutrauliche Beziehung entwickelt.

Biologie und Verhalten

Katzen werden unter günstigen Umständen 15-20 Jahre alt; in Einzelfällen wurden Tiere von 30 Jahren und älter beschrieben. Hauskatzen gehören zur Ordnung_(Biologie)|Ordnung der , sind also . Ihre Jagdmethode ähnelt der ihrer wildlebenden Verwandten: Anschleichen an die Beute und Ansprung aus kürzester Entfernung. Besonders jüngere Katzen reagieren auf bewegte Gegenstände fast wie auf lebendige Beute, wodurch sie ihre Jagdfähigkeit zusätzlich trainieren (Spieltrieb).

Domestizierung und kulturgeschichtliche Bedeutung

Bild: Katze in tunesien.jpg Bild: Mao I 001.jpg Die Hauskatze stammt von der (Felis silvestris) ab. Es gilt als wahrscheinlich, dass Vertreter von 3 Hauptgruppen der Art (Waldkatze, Falbkatze, Asiatische Wildkatze|Steppenkatze am Domestikationsprozess beteiligt waren. Hierbei hat die Waldkatze (Felis silvestris silvestris) ihren natürlichen Lebensraum in , Kleinasien und im Iran. Sie ist relativ kräftig, hat kurze Ohren und einen buschigen, dicken Schwanz. Die Falbkatze (Felis silvestris libyca) lebt in den Buschlandschaften und Steppen Afrikas und Arabiens. Sie hat große Ohren, ist schlank und hochbeinig. Die Steppenkatze (Felis silvestris ornata) kommt in Vorderasien|Vorder- und Mittelasien vor. Sie ist kräftiger gebaut und untersetzter als die Falbkatze. Die genetischen Merkmale der n sind gegenüber denen der Hauskatze dominant. Als Hauptstammform betrachtet man die Falbkatze, der zweitstärkste Einfluß wird der Steppenkatze zugesprochen. Die Waldkatze ist ein ausgesprochener Kulturflüchter und kommt als Vorfahre am wenigsten in Frage.

Mit beginnender Sesshaftigkeit der Menschen schloss die Katze sich ihnen -zunächst als Abfallvertilger am Rand von Siedlungen lebend- an. Vermutlich kam es infolge der sich daraus ergebenden beiderseitigen Vorteile allmählich zur Selbstdomestikation der Tiere. Bereits im achten Jahrtausend vor Christus zähmte man auf Zypern Katzen. 2004 entdeckte man dort in einer Grabstätte Katzenexemplare, die an n erinnerten, aber noch nicht Domestizierung|domestiziert waren. In Jericho wurden bei Ausgrabungen Katzenskelette entdeckt, welche auf das 6. Jahrtausend vor Christus datiert wurden. Dort betrachtete man die Katze vermutlich eher als Beute- denn als Haustier. Wildlebende Katzen kennen nur Fauch- und Knurrlaute. Die klassischen "Miau"-Laute sind nach Auffassung einiger Forscher eine Art Sprache der Hauskatzen, um mit dem Menschen verbal kommunizieren zu können.

Die landwirtschaftlich geprägte altägyptische Kultur maß der Katze eine hohe Bedeutung zu, welche sich unter den nen Tutenchamun und Ramses zu einer kultischen Verehrung der Tiere entwickelte. Ausdruck hierfür ist die Katzengöttin Bastet, welcher man Einfluß auf Fröhlichkeit und Liebe, Schönheit, Weiblichkeit, Anmut und Fruchtbarkeit zusprach. Die Tötung einer Katze wurde als Todsünde betrachtet.

Die Ausfuhr von Katzen aus Ägypten war untersagt. Phönizier schmuggelten auf ihren Schiffen Katzen nach , Gallien und Britannien. Größere Bedeutung für die Verbreitung von Hauskatzen in Europa hatten Tiere, welche auf Handelswegen aus Vorderasien vor allem nach gebracht wurden. Erstmalig erscheinen die Tiere hier auf Vasenmalereien des 5. und 4. vorchristlichen Jahrhunderts. Auch für ihre Weiterverbreitung sorgten die Phönizier. Mit den am Ende der römischen Kaiserzeit beginnenden großen Völkerwanderungen kamen Katzen auch nach . Ihre Bedeutung im frühen war gering. Mit der zunehmenden Ausbreitung der -ebenfalls über Seehandelswege eingeschleppten- Vorratsschädlinge Wanderratte, der Hausratte sowie der Hausmaus ergab sich die Notwendigkeit ihrer Bekämpfung, was im Spätmittelalter zu einer starken Zunahme der Hauskatzen führte. Trotz ihrer unbestreitbaren Nutzwirkung wurde sie vom mittelalterlichen Aberglauben zum dämonischen und unglückbringenden Wesen stigmatisiert, galt als Begleiterin von Hexen und Schülerin des Teufels. Mit den ihr zugesprochenen magischen Eigenschaften bekam sie in der Volksmedizin einen hohen Stellenwert, indem fast alles von ihr zu Heilzwecken verwendet wurde.

Erst mit der beginnenden industriellen Revolution stiegen Katzen von reinen Nutztieren allmählich zu ihrer heutigen Position als "Heimtier" auf. Damit verbunden war der Beginn der Katzenzucht. Heute sind mehr als 30 Katzenrassen bekannt, welche über internationale Zuchtverbände standardisiert werden.

Trotz der langen Domestikationsgeschichte haben sich Hauskatzen ein hohes Maß an Selbstständigkeit bewahrt und sind nicht zwingend an Menschen gebunden. In vielen Gegenden außerhalb Europas, vor allem in Australien (Kontinent)|Australien, und auf vielen Inseln, sind Katzen so sehr verwildert, dass sie heute in keiner Beziehung zum Menschen mehr stehen. Verwilderte australische Hauskatzen zeigen eine erhebliche Anpassung an ihre neue Umwelt. Sie sind größer und muskulöser geworden und entwickeln Fellfärbungen, die im jeweiligen Habitat am günstigsten zur Tarnung sind. Diese Katzen leben in erster Linie von den in Australien eingeführten , aber auch von einheimischen Tieren..


Katzenleder

Insbesondere französiche und englische Kürschner schätzten im Mittelalter und noch vor etwa hundert Jahren Katzenleder als besonders geschmeidiges Material für Handschuhe.

Katzenhaltung

Bild: Miezi_sofa.jpg Bild: Liegende hauskatze.jpg

Gesunde Ernährung

Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil für eine gesunde und gepflegte Katze. Wichtiges Indiz für ein gesundes Tier sind ein dichtes und klare Augen. Wie alle Lebewesen braucht die Katze Protein|Eiweiße, e, e, stoffe und Vitamine in ausgewogener Zusammenstellung.

Die fleischlichen Proteine bilden ihre Hauptnahrung. Fertiges handelsübliches Dosenfutter enthält solche Nährstoffe, jedoch meist auch für die Katze auf Dauer schädliche Zusatzstoffe. Hier ist vor allem der künstlich erhöhte Zuckeranteil zu nennen, der das Produkt als karamelisierte Einmischung für den Katzenhalter optisch und geruchlich aufwertet (das eigentlich eher graue Futter wird bräunlich eingefärbt) und somit als Verkaufsargument dient. Für das Tier hat diese Beigabe eher negative Auswirkungen (, "neck lesions" (FORL)).

Die zunehmend verbreitete Fütterung von Katzenfutter|Fertigprodukten hat dennoch in den letzten Jahren maßgeblich zur Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung der Tiere beigetragen, da bestimmte essentielle Nahrungsbestandteile, die bei der Verfütterung von menschlichen Speiseresten normalerweise fehlen, hier Substitution|substituiert vorhanden sind (z.B. Taurin, Arginin, Lysin, Methionin, Cystein, Nikotinsäure).

Obwohl Katzen reine sind, ist es für sie auch durchaus gesund, pflanzliche Nahrung einzunehmen. In der freien Natur geschieht dies durch den Verzehr von Darminhalt der Beutetier|Beutetiere und zusätzlichen Gräsern.

Neben dem Dosenfutter wird vom Handel Trockennahrung angeboten. Dazu sollte immer ein Napf mit frischem Wasser bereitgestellt werden. Von der alleinigen Ernährung mit Trockenfutter ist allerdings abzuraten, da die Tiere tendenziell nicht genug Wasser trinken und es zu Harnsteinen kommen kann. Außerdem wird hierdurch die Neigung der Hauskatze zu nerkrankungen gefördert, besonders bei männlichen Tieren. Die Fütterung mit Trockenfutter beinhaltet die Gefahr der des Tieres, da die Nahrung infolge ihres geringen Wassergehaltes sehr energiereich ist. In freier Wildbahn fressen Katzen nicht neben der Tränke. Hauskatzen haben dieses Verhalten beibehalten und trinken nur aus einem neben den Futternapf stehenden Napf, wenn keine andere Möglichkeit besteht. Bei Katzen, die nicht viel trinken, wird daher empfohlen, den Wassernapf getrennt vom Futternapf aufzustellen.

Haltung von Katzen ohne Auslauf

Eine Wohnungskatze sollte nicht alleine gehalten werden. Im Gegensatz zur Katze mit Auslauf hat sie keine abwechslungsreiche Gegend mit lebenden Tieren zum Fangen, mit Bäumen zum Klettern und keine große Entdeckungsmöglichkeiten. Da all diese wichtigen Beschäftigungsmöglichkeiten fehlen, muss der Mensch für die fehlende Beschäftigung sorgen. Ein Kratzbaum, am besten vom Boden bis zur Decke, verschiedene Spielmöglichkeiten wie Schnüre, Bälle und ab und zu eine Kartonschachtel für Verstecke sollten der Katze zur Verfügung stehen. Mehrere Katzenklos sollten aufgestellt werden, die regelmäßig gesäubert werden müssen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Veränderung des Stuhlgangs gefordert, zum Beispiel bei Durchfall oder der Entdeckung von Blut.

Probleme mit Katzen auf Bauernhöfen

Die Katze ist ein Tier, das sich - verglichen mit anderen Säugetieren - äußerst schnell vermehrt: Eine Katze wirft im Jahr bis zu dreimal Junge. Ein Wurf besteht im Durchschnitt aus vier Jungtieren. Katzen werden etwa im Alter von sechs bis acht Monaten geschlechtsreif. In nur fünf Jahren könnte ein einziges Katzenpärchen so theoretisch mehrere tausend Nachkommen haben - vorausgesetzt, alle Jungtiere überleben und zeugen ihrerseits Nachkommen. Viele Katzen sterben allerdings früh durch Krankheiten. Die gleichwohl rasche Vermehrung führt oft zu Inzucht auf Bauernhöfen, deren nachteilige genetische Folgen Herzschwäche, Anfälligkeit für Krankheiten und Lebensverkürzung bei der Nachkommenschaft sind.

Ohne zusätzliches Füttern des Bauern fängt eine Katze pro Tag ca. 8 bis 12 Mäuse. Durch Kastration, gute Fütterung und Pflege werden Katzen nicht zu schlechteren Mäusejägern. Da der JagdInstinktverhalten|instinkt der Katze auf sich bewegende Beute fixiert ist, fängt sie Mäuse nicht allein, um satt zu werden, und geht auch mit vollem Magen auf die Jagd. Satte Katzen sind sogar bessere Jäger als hungrige Katzen: Die Jagd ist eine körperliche und konzentrative Höchstleistung, die enorme Mengen an Energie erfordert.

Die Katze als Krankheitsüberträger

Wie alle Haustiere können Katzen eine Reihe von Krankheiten (Zoonosen) auf den Menschen übertragen. Die gefährlichste Krankheit ist die Toxoplasmose. Der Mensch kann sich durch Katzenkot, der den Erreger Toxoplasma gondii enthält, infizieren. Schwangere Frauen sind besonders gefährdet; wenn die Erstinfektion im zweiten Drittel einer erfolgt, kann der im Mutterleib geschädigt werden oder sterben. Nach einer Infektion besteht lebenslange Immunität; daher ist nur eine erstmals auftretende Infektion während der Schwangerschaft gefährlich.

Durch Katzenbisse besteht auch die Möglichkeit der Übertragung von Pockenviren auf den Menschen. Besonders gefärdet für eine Infektion mit Katzenpocken sind Menschen, deren den Virus|Virenangriff wegen einer hochdosierten behandlung oder einer Immunschwäche nicht abwehren kann.

Es können auch einige Hautkrankheit|Hautkrankheiten (pilzbedingte Zoonosen) von Katzen auf den Menschen übertragen werden. Menschen stecken sich durch den direkten Kontakt mit einem befallenen Tier oder dessen Schuppen an. Die Scherpilzflechte befällt z.B. Haare, Haut und Nägel.

Wie bei allen Haustieren besteht auch die Gefahr der Übertragung von Parasiten, wie zum Beispiel von Hakenwürmern, Spulwurm|Spulwürmern oder Bandwurm|Bandwürmern. Normalerweise werden sie durch direkten oder indirekten Kontakt mit infiziertem Kot übertragen.

Siehe auch:

Gefahren für Katzen

Bild: Katze-im-vogelhaus.jpg Viele Substanzen, die dem Menschen zuträglich sind, sind für Katzen giftig, wie z.B. Aspirin. Ebenso ist Vorsicht geboten bei der Auswahl von Topfpflanzen für die Wohnung, da Katzen gern Grünzeug knabbern, um sich der beim Putzen verschluckten Haare zu entledigen, viele gängige Pflanzen für die Katze aber hochgradig giftig sind, so z.B. das beliebte Alpenveilchen. Auch das Angebot von Schalen mit Katzengras oder Zyperngras kann die naturgemäß neugierige Katze oft nicht davon abhalten, auch von anderen Pflanzen in der Wohnung zu naschen. Noch mehr Vorsicht ist bei unsicher aufgestellten Glasbehältern zu wahren, da eine Katze eventuell das Gefäß zu Boden stürzen lassen kann und sich später ernste Schnittwunden zuziehen kann.

Siehe dazu auch: Kippfenster-Syndrom

Erkrankungen

Die weitaus am häufigsten beobachteten Katzenkrankheiten sind serkrankungen. Jungtiere sind für Herpesinfektionen der Atemwege (Katzenschnupfen) und Parvovirusinfektionen (Katzenseuche) hoch empfänglich. Bei ausgewachsenen Tieren stellen die Infektionen mit dem FeLV-, dem FIV- und dem FIP -Virus ein ernstes Problem dar. Ihre Rolle als Überträger der hat die Katze durch Impfungen zum großen Teil verloren.

Daneben sind Katzen sehr empfänglich für Parasiten. Hier werden am häufigsten Infektionen mit Endoparasiten (Spulwurm|Spul- und Bandwürmern) sowie Ektoparasiten (Flöhe, ) beobachtet.

Chronische Niereninsuffizienz (Katze) (CNI): CNI ist ein irreversibles Versagen der Nierenfunktion. Die meisten Katzen, die an CNI erkranken, bekommen diese Krankheit aufgrund des Alterungsprozesses (ca. 30% aller Katzen über 15 Jahre erkranken an CNI). CNI kommt jedoch auch bei jüngeren Katzen vor, wobei diese meist aus genetischen Gründe von dieser Krankheit betroffen sind. Auch Infektionen wie z.B. chronische Zahnentzündungen können zu CNI führen. Endokrine Erkrankungen: Katzendiabetes|Diabetes mellitus, Hyperthyreose|Schilddrüsenüberfunktion

Katzenzucht

Image:Young_cat.png|thumb|220px|Junge Katze Bild: Teddy1.JPG Die Katzenzucht ist im allgemeinen keine einfache Sache. Sie erfordert Geduld und gute Tierkenntnisse wie auch solide Kenntnisse der Vererbungslehre, wobei die Eigenwilligkeit und das Einzelgängertum von Katzen systematischen Zuchtversuchen entgegensteht. Um gesunde schöne Tiere zu erhalten, dürfen ihre Eltern keine vererbbaren Gesundheits- oder Schönheitsfehler haben. Die Zucht mit Katzen, welche erhebliche gesundheitliche Defekte vererben, stellt in Deutschland einen Verstoß gegen § 11b TSchG dar. Ein Beispiel dafür ist etwa das Fehlen oder die Verkümmerung der für den Gleichgewichtssinn und die Orientierung der Katze wichtigen Schnurrhaare, eine Erscheinung welche bei den Rassen Rex und Sphynx öfters zu beobachten ist. Zur Zucht zugelassen sind auch nur standardgemäße Tiere, welche auf einer Ausstellung in der Offenen Klasse mindestens die Formnote "vorzüglich" erhalten haben.

Die Rassestandards werden durch internationalen Dachverbände wie FIFé, WCF, GCCF, CFA, TICA, denen nationale Zuchtvereine angeschlossen sind, verbindlich festgelegt, können sich aber je nach Dachverband geringfügig unterscheiden.

Die Katzenzucht hat und bringt immer wieder eine ganze Reihe von Katzenrassen hervor. Diese neuen Rassen sind dann bei den unterschiedlichen Dachverbänden zugelassen - oder auch nicht. Vorreiter bei der "Neuzulassung" sind meist die amerikanischen Verbände wie TICA und CFA, weniger die konservativeren Europäer.

Bei den Katzen gibt es grundsätzlich zwei Farbe: Schwarz und Rot. Grundlage dieser Farben sind die Pigmente Eumelanin und Phäomelanin. Diese können durch verschieden Modifizierer in andere Farben übergehen, die zum Teil sehr blumige Bezeichnungen haben. Zum Beispiel wird die Farbe der Kartäuserkatze als "Blau" bezeichnet. Mit viel Phantasie kann man dies vielleicht akzeptieren, aber für das "normale" Auge ist es einfach Grau (ein weniger intensives Schwarz). Aber eine hochberühmte Rasse einfach als "Grau" zu bezeichnen ist halt vielleicht nicht gerade dem Umsatz förderlich... (Außerdem sind in der Nacht eh' alle Katzen grau). Zusätzlich gibt es die "Nicht-Farbe" Weiß. Hier fehlt im Haar schlicht jegliches Pigment. Gerade bei den weißen Katzen gilt jedoch die Aussage bezüglich genetischer Defekte: aus Tierschutzgründen sollte hier vor Zuchtbeginn zunächst ein Audiometrietest (Hörtest) auf beiden Ohren durchgeführt werden. Fällt dieser negativ aus, werden die Nachkommen höchstwahrscheinlich schwerhörig oder taub sein. Weiße Katzen zeigen weiterhin eine allgemein höhere Anfälligkeit für Hauttumore. Dies liegt daran, dass Farblosigkeit (also weiße Farbe) eine Defektmutation (Leuzismus) mit weitreichenden physiologischen Auswirkungen ist.

Kater sind gewöhnlich einfarbige Tiere (von Weiß einmal abgesehen, damit sind sie zweifarbig), Kätzinnen können bis zu drei Farben haben (inklusive Weiß) und werden dann manchmal als Glückskatze bezeichnet. Ausnahmsweise können auch Kater zwei-/dreifarbig sein; es handelt sich dann um eine genetische Anomalie, da ein solcher Kater die Chromosomenkombination XXY hat. Diese Tiere sind gesund, gewöhnlich aber nicht fortpflanzungsfähig.

Überzüchtete Perserkatzen mit ihrer deformierten Nasen- und Mundpartie haben z. B. oft Atemprobleme, schnarchen und haben Mühe, ihr Fressen aufzunehmen. Daneben stellt die erbliche zystische Nierenerkrankung (polycystic kidney disease, PKD) bei dieser Rasse ein ernstes Problem dar.

Katzen in Kunst, Literatur und Film

Image:Franz Marc 013.jpg|thumb|200px|[[Franz Marc: Katze auf gelbem Kissen, 1912]] Katzen wurden schon früh als Motiv der Kunst verwendet, bereits in ägyptischen Grabkammern finden sich Abbildungen und Statuen von Katzen. Im 19. Jahrhundert wurden besonders der Schweizer Gottfried Mind (genannt Katzen-Raffael) und der Sachse Fedor Flinzer für ihre Katzenbilder bekannt. Seit Ende des 20. Jh. sind stilisierte Katzenbilder von Rosina Wachtmeister und auf ihrer Grundlage hergestellte Porzellanfiguren beliebte Sammelobjekte und daher kommerziell erfolgreich.

Auch in der Literatur war die Katze immer wieder Motiv. Des tragischen Dahinscheidens von Selima, der Lieblingskatze Horace Walpoles, wird in Thomas Grays Gedicht Ode on the Death of a Favourite Cat Drowned in a Tub of Goldfishes gedacht.

Der Roman Lebensansichten des Katers Murr von E. T. A. Hoffmann ist teilweise aus der Perspektive eines Katers erzählt, der heimlich lesen und schreiben lernt. Der Roman ist unter anderem eine parodistische Darstellung deutscher Kultur; so wird ein "Katzenbund" geschildert, der an Studentenbünde angelehnt ist.

Die Cheshire-Katze (dt. Grinsekatze) aus dem Roman Alice im Wunderland von Lewis Carroll ist des Öfteren nur teilweise vorhanden.

T. S. Eliots von seiner Katze Jellylorum inspririerte Sammlung von Katzenversen Old Possum's Book of Practical Cats wurde in der Vertonung Andrew Lloyd Webbers als Musical Cats ein Welterfolg.

In den Romanen "Felidae (Pirinçci)|Felidae" und "Francis" des deutschsprachigen Autors Akif Pirinçci spielen Katzen die Hauptrolle und ein Kater löst als Detektiv spannende Fälle. In diesen Büchern heißen die Katzenhalter "Dosenöffner". Die wohl bekannteste Katzendetektivin ist "Mrs. Murphy" von Rita Mae Brown und ihrer kätzischen Co-Autorin Sneaky Pie.

In dem Buch "Ich der Kater" des Japan|japanischen Autors Natsume Sôseki betrachtet ein namenloser Kater kritisch das nach den vielen westlichen Einflüssen seit der Meiji-Restauration.

Die Zeichentrickserie Tom und Jerry|Tom & Jerry schildert den ewigen Kampf des Hauskaters Tom mit der gewitzten Maus Jerry. Die Titelfigur des Comics Garfield ist ein dicker, fauler, roter Kater. Auch die japanische Kultfigur Hello Kitty hat Katzengestalt.

Berühmte Katzen

  • Bismarck's Cat, die Schiffskatze der Bismarck, wurde für die Versenkung von drei Kriegsschiffen verantwortlich gemacht.
  • Katze CC|CC, das erste geklonte Haustier
  • Hodge, die Katze Samuel Johnson|Dr. Samuel Johnsons
  • Humphrey (Kater)|Humphrey, Mäusefänger in 10 Downing Street
  • Lilith, die Katze Stéphane Mallarmé|Mallarmés, war die Tochter der Katze Théodore de Banville|Banvilles und die Enkelin der Katze Théophile Gautier|Gautiers.
  • Muezza, die Katze des Propheten Mohammed
  • Schrödingers Katze - ein Gedankenexperiment aus der Quantenmechanik.
  • Socks, die Katze Bill Clintons
  • Trim, die Katze Matthew Flinders', war vermutlich die erste Katze, die die Welt umsegelte.

Bekannte Rassen

  • Europäisch Kurzhaar
  • Perserkatze
  • Maine-Coon-Katze
  • Norwegische Waldkatze
  • Kartäuserkatze
  • Siamkatze|Siamese

Siehe auch: Liste der Katzenrassen, Schnurren

Literatur

  • Gloria Stephens: Katzen. Eurobooks Germany, 2001, ISBN 3-85049-588-4
  • Bruce Fogle: Katzen - die beliebtesten Rassen. Dorling Kindersley, 2000, ISBN 3-8310-0019-0
  • Paul Leyhausen: Katzen - eine Verhaltenskunde. Parey, 1982, ISBN 3-8263-2766-7

Weblinks

  • http://www.drtk-faq.de - FAQ der Newsgroup de.rec.tiere.katzen
  • http://www.loetzerich.de/ - Infos über Katzen und Katzenschutz
  • http://www.katzen-lexikon.de/ - Lexikon Projekt allein zum Thema Katzen
  • http://www.fifeweb.org/ - Der Europäische Dachverband der Katzenzüchter u. a. Infos zu den Zuchtstandards

Kategorie:Katzen Kategorie:Haustier

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