Lexikon: Skorbut

 

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Skorbut ist eine , die durch einen Mangel an Vitamin C (Ascorbinsäure) ausgelöst wird (Avitaminose).

Die e treten erst mehrere Monate nach Beginn des Mangels an Vitamin C auf. Symptome bei Skorbut sind:

  • Zahnfleischbluten und Zahnausfall
  • Anfälligkeit gegen Infektionskrankheiten
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • schlechte Heilung von n
  • Gelenkentzündungen
  • Muskelschwund
  • hohes Fieber

Im weiteren Verlauf führt Skorbut zum Tod durch Herzinsuffizienz|Herzschwäche. Eine tägliche Dosis von 75 Milligramm Vitamin C gilt als ausreichend, um der Mangelerkrankung vorzubeugen. Hierbei ist anzumerken, dass nahezu alle Symptome des Skorbut auf die fehlerhafte Biosynthese des s zurückgehen. Vitamin C ist ein wichtiger Cofaktor bei der Modifizierung der Aminosäuren Prolin und Lysin zu Hydroxyprolin und Hydroxylysin (Hydroxylierung). Bei fehlender Hydroxylierung werden nur schadhafte Kollagenmoleküle gebildet, die ihrer Funktion als Strukturprotein nicht nachkommen können.

Die Herkunft des Namens Skorbut und des deutschen Namens Scharbock ist nicht sicher geklärt. Nach einer Erklärung hat das Wort seinen Ursprung im holländischen Scheurbek (wunder ). Nach einer anderen stammt es vom Germanen|germanischen Skyrbjúgr ab, von Skyr= Sauermilch, Quark (Lebensmittel)|Quark und Bjúgr, einer Gewebeveränderung, womit also eine Krankheit beschrieben wurde, die hauptsächlich auftritt, wenn man sich in Notzeiten von länger haltbaren, aber vitaminarmen n wie Quark ernähren musste.

Geschichte

Skorbut war schon seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. in Altes Ägypten|Ägypten als Krankheit bekannt. Später schrieben auch der Griechenland|griechische Arzt Hippokrates und der Römisches Reich|römische Autor Plinius der Ältere|Plinius darüber.

Im war Skorbut oft die Todesursache Nummer eins bei Seeleuten; so verlor z.B. Vasco da Gama auf einer Reise von 160 Mann Besatzung etwa 100 Mann durch Skorbut. Grund für das häufige Auftreten von Skorbut auf See war die einseitige Ernährung, die -- mangels Konservierungsmöglichkeiten -- hauptsächlich aus Pökelfleisch und Schiffszwieback bestand. Erst als der Großbritannien und Nordirland|britische Schiffsarzt James Lind Mitte des 18. Jahrhunderts zeigen konnte, dass Zitrusfrucht|Zitrusfrüchte gegen Skorbut halfen, verlor die Krankheit ihren Schrecken. Neben Zitrone|Zitronen- oder Limette|Limettensaft wurden auch Sauerkraut und Kartoffel|Kartoffeln an Bord genommen. Von der täglichen Ration Limonensaft stammt übrigens der Spitzname Limey der englischen Matrosen. Heute werden zur Bekämpfung von Skorbut vorwiegend Orangen benutzt, da diese mehr Vitamin C enthalten.

Auch an Land trat Skorbut auf, besonders in den Wintermonaten und in Belagerung|belagerten Festungen oder bei den ersten Nordamerika-Siedlern, wo und anfangs knapp waren. Im Deutschland der Nachkriegszeit war Skorbut unter den Kindern von Heimatvertriebener|Heimatvertriebenen verbreitet.

Das Scharbockskraut hat seinen Namen, weil es im Frühjahr zur Behandlung von Skorbut gegessen wurde, ebenso wie Brennnesseln. Beide sind reich an Vitamin C.

Da heute Obst und Gemüse ganzjährig verfügbar sind, tritt Skorbut bei uns heute nur noch selten auf.

Skorbut ist eine häufige Begleiterscheinung von Unterernährung (andere solche Mangelkrankheiten sind etwa Beriberi oder Pellagra) und ist deshalb auch heute noch weltweit verbreitet.

Kategorie:Krankheit

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