Lexikon: Pigment

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z   Alle

Unter Pigmenten (lat. pigmentum, Malfarbe) versteht man Farbmittel, die (im Gegensatz zu den n) im Anwendungsmedium (, Verdünnungsmittel) nicht löslich sind und deshalb in der farbigen Endanwendung als fein verteilte Feststoffe (Pigmentteilchen) vorliegen. Ihr Farbeindruck entsteht entweder durch oder Reflexion (Physik)|Reflexion () bestimmter Frequenzanteile des sichtbaren s. Speziell spricht man von Pigmenten

  • in der als Farbträger so gut wie aller pflanzlichen oder tierischen Zelle (Biologie)|Zellen und Oberflächenbildungen wie n oder n. Ein Pigmentmangel führt bei Tieren und Menschen zum .

Technische Verwendung finden Pigmente

  • in en und Anstrichmittel|Anstrichfarben (Autolacke, Gebäudeanstriche, etc.)
  • in Druck(Reproduktionstechnik)|Druckfarben (z.B. im Drei- oder Vierfarbendruck auf Papier)
  • bei der Einfärbung von Kunststoffen
  • in Künstlerfarben und en
  • beim Drucken auf ien
  • in Spezialanwendungen wie , n, etc.

Pigmente werden gemischt oder als Primärpigmente verwendet

  • durch räumliche Nähe wirken primäre Pigmente intensiver (Eugène Chevreul, Simultankontrast)

Es gibt keine allgemeingültige Nomenklatur der Pigmente. Infolge der langen Entwicklung der Anwendungs- und Herstellungstechniken besitzt beinahe jedes Pigment eine Reihe so genannter Beinamen. Gebräuchliche Namen werden oft erst durch Hinzufügung von naturwissenschaftlichen, zumeist aus der Chemie stammenden Begriffen eindeutiger definierbar.

Da verschiedene Pigmente gemeinsame Eigenschaften aufweisen, lassen sie sich zu Gruppen zusammenfassen. Je nach Fachrichtung (Chemie, Maltechnik) fällt eine solche Einteilung unterschiedlich aus.

Anorganische Pigmente

Bei den anorganischen Pigmenten (Mineralfarben) unterscheidet man natürliche und künstliche Mineralfarben. Zur erstgenannten Gruppe gehören Erden und ien (Erdfarben), die zur Anwendung keiner oder nur einer mechanischen Aufbereitung bedürfen. Künstliche anorganische Pigmente sind Produkte unterschiedlicher Herstellungsverfahren.

Die meisten anorganischen Pigmente zeichnen sich daruch aus, dass sie mit dem Sauerstoff der Luft nicht chemisch reagieren, daher äußerst resistent gegen Alterung sind und ihre Farbe praktisch beliebig lange beibehalten (wobei diese jedoch durch Alterung eines organischen Malmittels, wie etwa Öl, mit der Zeit überdeckt werden kann). Zudem sind sie meist hitzebeständig, sodass z.B. bei der Porzellanmalerei nur anorganische Pigmente zum Einsatz kommen können -- organische Pigmente würden beim Brennen zerstört. Nachteile anorganischer Pigmente gegenüber den organischen sind ihre geringere Vielfalt und teilweise ihre gesundheitliche Bedenklichkeit.

Nicht in jeden Fall lässt sich am Material feststellen, ob es natürlicher oder künstlicher Herkunft ist. Das gilt beispielsweise für bestimmte eisenoxidhaltige Farbschichten der prähistorischer Malerei. Das darin nachweisbare rote Pigment könnte aus natürlichem Vorkommen stammen oder gezielt aus gelbem Ocker am Lagerfeuer erzeugt worden sein. Ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Nennung von Zinnober. Der Name des Pigments (Quecksilbersulfid) sagt nicht darüber aus, ob es natürlichen Ursprungs ist oder hergestellt wurde. Hinzu kommt, dass der Name Zinnober im Altertum auch ein Synonym für rot war oder gleichbedeutend für Minium (Mennige, Blei(II)/(IV)-Oxid) steht. Deshalb entbehrt eine in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitete Untergliederung der anorganischen Pigmente in natürliche und künstliche die allgemeine Gültigkeit.

Organische Pigmente

Organische Pigmente kommen in der Natur vor (Tier- oder Pflanzenfarben) und lassen sich mit einfachen Mitteln produzieren, so beispielsweise das Rebschwarz. Andere erfordern aufwendigere Gewinnungsmethoden. Manche haben ihre Bedeutung verloren, wie das einst aus dem Urin von Kühen hergestellte Indisch Gelb. Zur Gruppe der künstlich organischen Pigmente zählen auch Farblacke. Dabei handelt es sich um Produkte aus löslichen Farbstoffen (Färbemitteln), die auf Substrate fixiert wurden. Für dieses chemo-technische Verfahren (Verlackung) wurden verschiedene Methoden entwickelt. Es besteht eine Analogie zwischen der Fixierung eines Farbstoffes an eine Textilfaser. Substratfarben bestehen also aus einer farbtongebenden Komponente und einem mehr oder weniger farblosen Pigment, dem Substrat. Beide Komponenten werden in einem Umwandlungsprozess wasser- und bindemittelunlöslich aneinander gebunden. Andere synthetisch-organische Farbstoffe erfüllen die für Pigmente unabdingbare Eigenschaft der Unlöslichkeit, wie z. B. die (Teerfarbstoffe) Permanentgelb oder Heliogenblau. Im Handel erhältliche Pigmente dieser Art sind oft verschnitten, mit Substraten gestreckt.

Geschichte

Belege für die Verwendung von Erdfarben reichen bis weit in die Prähistorie zurück. In der Fels- und Höhlenmalerei sind Erdfarben nachgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass sie seit der Frühzeit der Menschheit auch der Körperbemalung dienten. Ockergelbe, weiße und rostrote bis braune Farbtonabstufungen sind als natürliche Vorkommen häufiger anzutreffen. Seltener kommen grünliche Erden vor, ebenso rar sind als Pigment geeignete schwarze Mineralien. Dennoch konnte der prähistorischen Maler seine Farbpalette leicht mit schwarzer Holz- oder Knochenkohle erweitern. Solche aus dem Lagerfeuer hervorgehenden Produkte können bereits den künstlichen Farbstoffen zugeordnet werden. Das gilt auch für ziegelrot gebrannten Ocker. Er und ebenso Holzkohle können allerdings auch durch natürliche Feuer entstehen. Unter solchen Umständen macht die in maltechnischer Tradition stehende schematischen Gruppierung in natürliche und künstliche Pigmente unter geschichtlichen Aspekten wenig Sinn. Die Geschichte der Herstellung und Verwendung von Pigmenten ist deshalb im einzelnen zu betrachten. Erschwerend ist dabei die Bestimmung der Pigmente anhand überlieferter Namen.

Liste der Pigmente

hier sollte eine Aufstellung der einzelnen Pigmente stehen, die gegliedert ist nach Namen, Beinamen, chem. Zusammensetzung, Herkunft/Herstellung, u.a.

  • Ägyptisch Blau
  • Marienglas
  • Schweinfurter Grün
  • Bariumchromat | Baryt Gelb

Weblinks

---- Siehe auch: , , , Flavonoide, Carotinoide, Glasläufer

Kategorie:Chemikaliengruppe Kategorie:Malerei Kategorie:Farbstoff|!Pigmente Kategorie:Farbe

en:Pigment eo:pigmento fr:Pigments he:×¤×™×’×ž× ×˜ ja:顔料 nl:Pigment