Lexikon: Ackerbau

 

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Unter Landwirtschaft|landwirtschaftlichen Ackerbau versteht man die Produktion von Kulturpflanzen auf eigens dafür bearbeitetem Kulturboden.

Die Bearbeitung besteht im Wesentlichem im Umbruch der Oberflächenschichten zum Zweck der Lockerung der Krume und unter Umständen der Gründüngung. Die Produktion geschieht zum einen zum direkten Verbrauch, zum anderen und noch wichtiger zur Vorratshaltung. Sie umfasst Aussaat, Pflege (, Jäten), Ernte und - mehr oder weniger zielgerichtet - Züchtung der angebauten Pflanzen.

Die angebauten Pflanzen sind traditionell diverse arten, und (unterirdische) Hackfrüchte wie Zuckerrüben und Kartoffeln.

Weiterhin gibt es den Anbau von Pflanzen, die nicht als für den Menschen dienen. Dazu zählen Genussmittelpflanzen wie , Faserlieferanten wie Baumwolle und Viehfutter wie Klee.

Auf der Grundlage der verwendeten Ackergeräte kann man zwischen Grabstockbau, Hackbau und Pflugbau unterscheiden. Äcker der industrialisierten Landwirtschaft sind Abkömmlinge der pflugbearbeiteten Äcker.

Bild: Saatundegge.JPG

Anbaumethoden

Historischer Beginn des Ackerbaus

Der Ackerbau ist langsam und geografisch nicht global entstanden. Generell kann der Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum) als Beginn des Ackerbaus bezeichnet werden. Danach kam die Bronzezeit, die sich durch die Entdeckung der Metallverarbeitung auszeichnet. Voraus ging die Mittelsteinzeit (Mesolithikum), die sich gewissermaßen als Entwicklungsperiode vom Jäger- und Sammlertum zum Ackerbau bezeichnen lässt.

Die Jungsteinzeit selbst jedoch lässt sich - wie auch andere Epochen - nicht auf eine bestimmte Zeit präzisieren, vielmehr ist es die kulturelle bzw. biologisch-anthropologische Entwicklung der Völker selbst. Im Orient (Mesopotamien, heutiges Irak), war dieser Zeitpunkt und somit auch der Beginn des Ackerbaus 8500 v. Chr. In lag diese Periode zwischen 5500 und 1800 v. Chr. In hielt der Ackerbau erst 300 v. Chr. Einzug, andere Völker waren da bereits in der Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit. Technologisch gesehen sind einige Amazonas-Gebiete und Gebiete der Kalahari teilweise heute noch jungsteinzeitlich einzuordnen.

Dauerfeldbau

Dauerfeldbau bezeichnet in der ein Prinzip, in welchem Jahr für Jahr auf demselben Feld angebaut wird. Dabei wird durch Fruchtfolgesysteme versucht die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Schädlinge zu bekämpfen. Dauerfeldbau setzt eine ganzjährige Wachstumszeit wie in den immerfeuchten Tropen voraus. (Temperaturen über 5°C und humides Klima.)

Maßnahmen für die Ertragssteigerung beim Dauerfeldbau

Eine Möglichkeit, die Erträge beim Dauerfeldbau zu steigern, liegt einerseits darin, Fruchtfolgesysteme zu verwenden, welche den Nährstoffgehalt erhalten und Schädlinge bekämpfen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sein Anbaugebiet zu düngen, um höhere Erträge zu erzielen,

Dauerfeldbau im Tropischen Regenwald

Im Tropischer Regenwald|Tropischen Regenwald ist es nicht ratsam, Dauerfeldbau zu betreiben. Außer wenn man in [[ anbaut, ist damit zu rechnen, dass die Nährstoffe nach und nach abnehmen und somit die Erträge immer weiter sinken. Es ist zwar ausreichend Niederschlag vorhanden, welcher aber aufgrund der großen Poren des Bodens fast immer sofort in tiefere Bodenschichten abfließt.

Landwirtschaftliche Gunsträume in den Tropen
  • Schlemmflächen, hoher Nährstoffgehalt (Ganges, Amazonas)
  • vulkanische Gebiete (Philippinen, Java)

Grundlage für die Fruchtbarkeit der Ausnahmegebiete ist das Angebot an Nährstoffen bzw. an Tonmineralien mit hoher Austauschkapazität.

Landwirtschaftliche Gunsträume befinden sich an Stellen mit relativ mäßigem Klima, also z.B. in etwas höher gelegenen Orten, da dort nicht solch extrem hohe Temperaturen herrschen, wie in normaler Höhe. Des Weiteren ist fruchtbarer Boden wichtig, welcher sich durch hohen Nährstoffgehalt und geringes Porenvolumen auszeichnet, was zum einen den Pflanzen Nährstoffe liefert und zum anderen verhindert, das das Wasser allzu schnell versickert. Ebenfalls benötigt wird ausreichender Niederschlag. Allerdings darf dieser auch wiederum nicht zu hoch sein, da die Pflanzen sonst „überwässert“ werden.

Ecofarming

Das Ecofarming ist eine Anbaumethode, welche das Ziel verfolgt, mit möglichst wenig Fremdmitteleinsatz einen möglichst hohen Ernteertrag zu erreichen. Dieses wird z.B. dadurch erreicht, dass eine Anbaustruktur verwendet wird, die dem Stockwerkaufbau des Regenwaldes ähnelt und somit dem Boden möglichst wenig Nährstoffe entzieht.

Ziel

Das Ziel des Ecofarmings liegt darin, den Boden nachhaltig zu schonen und dessen Fruchtbarkeit zu erhalten. Bei Dauerfeldbau ist dieses nicht gegeben, da dort die Nährstoffe des Bodens verbraucht werden.

Vorteile

Die Vorteile des Ecofarmings liegen darin, dass der Boden geschont und auf lange Zeit verwendet werden kann. Des Weiteren ist ein minimaler Kapitaleinsatz notwendig und die Ernteerträge bleiben stabil.

Vergleich zu konventionellen Anbaumethoden

Im Vergleich zum Ecofarming existiert bei der Reinkultur kein Bodenschutz, sodass Regen und Sonne mit voller Kraft auf den Boden treffen. Der Boden wird durch Regen ausgewaschen und durch Sonne ausgetrocknet. Die Pflanzen entziehen ihm alle Nährstoffe, sodass der Boden nach wenigen Jahren nicht mehr zu gebrauchen ist. Beim Ecofarming hingegen nutzt man die Vorteile des Primärwaldes, welche z.B. in der Eigendüngung des Bodens durch vielfältige Lebensformen im Boden sowie Laubabwurf durch Bäume und Sträucher liegt. Des Weiteren wird der Regen abgebremst und trifft nicht mehr mit voller Wucht auf den Boden. Gleiches gilt für die Sonne, welche hier ebenfalls von der Austrocknung des Bodens abgehalten wird.


Siehe auch

  • Agrargeschichte|Geschichte der Landwirtschaft
  • Portal Land- und Forstwirtschaft

Kategorie:Feldwirtschaft nl:Akkerbouw en:Tillage